Update: Do, 13.11.2008, 20:34

bishierhinundnichtweiter











Dienstag, 10. Januar 2006

ausser form
The Making of Design

Anfang Januar erschien die 206. ›form‹ in vielerlei Hinsicht neu: neues Layout von www.adehauserlacour.de, neuer Untertitel, ›The Making of Design‹, der auf die gleichfalls neue Konzeption des Magazins aufmerksam machen soll. Der Fokus liegt jetzt verstärkt auf dem ›Design-Prozess‹. Den ebenfalls überarbeiteten Webauftritt von www.form.de hatte ich beinahe schon wieder vergessen.

Bei so viel Neukonzeption drängt sich das Thema Visionen für den Relaunch geradezu auf: Personal Fabrication. Neil Gershenfeld über High Tech-Kleinserienproduktion für Jedermann. Doch die Suche nach dieser Vision endet nach 1 1/2 (!) Seiten Titelstory abrupt und völlig ergebnislos.

"In den westlichen Ländern hat das Thema Personal Fabrication enormes Potenzial, weil es Konsumenten ermöglicht, sich über Technik persönlich auszudrücken. Schon jetzt entstehen vielfach Produkte für einen Markt, der nur aus einer einzigen Person besteht", visioniert Gershenfeld über die Designlandschaft der Zukunft. In einer Zeit, in der jeder Durchschnittsbürger dank Personal Fabrication selbst Designer und Hersteller werden kann, ergäbe auch die Trennung von Marketing, Ingenieuren und Designern keinen Sinn mehr.

Das ist so weit richtig. In einer Welt, in der die Produktion 3-dimensionaler, technischer Gegenstände genauso einfach werden soll wie heute z.B. die Printproduktion, muss man sich über Sinn und Zweck ganzer Berufszweige und ihrer Produkte wirklich keine Gedanken mehr machen. Die Übersetzung dieser Vision bedeutet für mich eine 3-dimensionale Hochzeitszeitung mit Ein/Ausschalter.

Die verfügbaren technischen Möglichkeiten sind heute exzellent. Ja zu 3-D-Druckern! Ein Hoch auf Kleinserien! Prototypenbau in weniger als 24 Stunden - Hurra! Aber muss Personal Fabrication wirklich "in jedem Haushalt erlebbar werden?" Spiegelt sich persönlicher Ausdruck tatsächlich in der Umsetzung technischen Spielzeugs wieder? Was wird aus Material, Erfahrung und Entstehungsprozess? Ginge es eventuell auch ohne High Tech?

Spannende Resultate zum Thema gibt es aber bereits. Ein Student und Teilnehmer an Gershenfelds Seminar ›How to make (almost) everything‹ "... entwickelte eine Website für einen Papagei und stellte sie online." Eine Studentin derselben Veranstaltung entwickelte "... einen Wecker, der es tatsächlich schafft, sie morgens aus dem Bett zu holen." Das nenne ich visionär!

Die Titelstory und die weitere Behandlung dieses durchaus spannenden Themas in der aktuellen form, geriet leider zu absolut seichtem Quatsch. Die Idee wird völlig unreflektiert und kontextlos aufgeblasen. Dabei birgt sie enormes Potenzial: Ist es wirklich sinnvoll den Massenmarkt mit noch mehr ›Selfmade-Technologie‹ zu überschwemmen? Spielen Ingenieure und Designer nicht eine tragende Rolle im Designprozess - und zwar jenseits allen Marketings? Gibt es den vermeintlichen Graben zwischen ihnen überhaupt? Die Antworten bleiben offen - es wird noch nicht einmal danach gefragt.

›The Making of Design‹ findet für mich nach wie vor und hauptsächlich im Kopf statt. Maschinen sollten im Designprozess die Werkzeuge bleiben, die sie sind. Weder Wirtschaftsfaktor noch Erwachsenenspielzeug. Gleiches wünsche ich mir eigentlich auch bei Designzeitschriften.
 antworten



die neue Site von Form
a : r - aspect ratio content management system
We are sorry, but this page is unavailable!

ErrorID: 2002

haha

christian jung antworten auf ›die neue Site von Form‹



Es gab sie bereits ...
... gestern noch. Aber wie sagte Douglas Adams alias Ford Prefect so schön: "größtenteils harmlos".


Personal Fabrication
Also, ich finde das Thema spannend. Ich würds aber eher "User generated fabrication" nennen. Wie "User Generated Content". Bei Wikipedia funktioniert das grandios. Bei Produkten irgendwann auch. Wenn man bei Dell einen PC kauft, dann macht man das schon. Das, was man sich am Bildschirm zusammenklickt, das wird gebaut. Der Hersteller wird irgendwann nur noch die Infrastruktur bieten, der Designer wird den Prozess gestalten und der User baut sich sein Ding zusammen. Die Bauanleitungen kann man sich dann gegenseitig sharen oder verkaufen:)




...
mehr braucht man glaube ich nicht zu lesen - oder: ist damit alles gesagt?
"dieser mann fabriziert visionen"; ein paar zeilen darunter sagmeister: "es war eine katastrophe" ;)

mich erstaunt, dass die ganze welt über collaboration und community building redet, aber "form" nicht über die ich ph(r)ase hinwegkommt. ich folge deinem rat und ignoriere das blatt weiterhin ...

motzes antworten auf ›...‹




Kokolores
Ohweia, was so manchmal zusammengesponnen wird. Am besten gefällt mir die Papageienhomepage!

Mal kein Designfurz, eher eine echte Ingenieursvision kam in den 90ern von einem Polaroid Boss: das nackte Fotopapier solle zugleich "Kamera" und Print in einem sein. Er hat sich zwar nicht darüber ausgelassen, ob man dieses Pola auch zwangsreflexhaft schütteln muss beim Entwickeln? Und in Form der Scheckkartenknipsen etwa, ist das Konzept annähernd Realität geworden. Aber eine zauberhafte Vision!

Wo waren wir, ach ja, die Designzeitschriften. Schon erstaunlich, was da ausgewalzt wird und wie sie sich den immer gleichen Protagonisten als Selbstdarstellungsplattform andienen. Das übliche Geben-Nehmen-Geben-Spielchen. Alle sitzen auf dem großen tollen Karussell und drehen sich, hui hui!

carsten eisfeld antworten auf ›Kokolores‹





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wie schon gesagt...
claudia_bogun | So, 12.03

 


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